Attac Wiesbaden: Bisher 2003

 

Bisherige Aktivitäten 2003

08.02.2003 GATS-Konferenz  |  

18.02.2003 Wer warum den Krieg braucht  |  

20.02.2003 Geld? oder Leben?  |  

05.03.2003 50 Jahre Saus und Braus...  |  

09.04.2003 Irak.. Vortrag A.Zumach   |  

28.05.2003 Nach uns die Zukunft...  |  

31.05.2003 G8-Gipfel Protestkundgebung  |  

05.06.2003 Globalisierung heute  |  

18.06.2003 Argentinien: Schulden oder Leben  |  

02.10.2003 R.Roth: Nebensache Mensch  |  

 


G A T S:

Ein Geheimabkommen mit schwerwiegenden Folgen
für die Gesellschaft

Kurzreferate mit anschließender Diskussion
mit VertreterInnen von Attac-Deutschland

Samstag, den 8. Februar 2003 um 20.00 Uhr
Mensa der Integrierten Gesamtschule Kastellstrasse 11
in Wiesbaden (Gebäude im Schulhof)

GATS (General Agreement on Trade in Services) ist ein globales Abkommen über die Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte, das von der Welthandelsorganisation (WTO) verwaltet und in Kraft gesetzt wird. Während die Privatisierung von Dienstleistungen bereits weltweit im Gange ist, wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiter verhan- delt, um neue öffentliche Aufgaben zu liberalisieren, d.h. für den internationalen Kon- kurrenzkampf zu öffnen. Nichts wird ausgenommen sein, wenn es nach den Wünschen der WTO geht: Erziehung, Gesundheitswesen, Sozialeinrichtungen, Museen und öffent- liche Büchereien, öffentlicher Verkehr - alles wird den Unternehmensinteressen erschlos-sen werden. Einmal abgeschlossene Privatisierungen können nach den Vorgaben der WTO nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dabei soll die Fähigkeit von Staaten be- grenzt werden, über nationale Gesetze "unnötige Freihandelsbarrieren" aufzubauen, das heißt, Staaten werden in Zukunft nachzuweisen haben, dass ihre Regelungen und Gesetze (z.B. im Umweltschutz oder der Ernährung) "notwendig" waren, um ein WTO-sanktio- niertes Ziel zu erreichen. Zwischen inländischen und ausländischen Anbietern darf kein Unterschied mehr gemacht, also regionale Anbieter dürfen nicht bevorzugt werden. Schu- len von Mc Donald's, Wasser von Aral und Ähnliches wird dann durchaus möglich sein.
Über Hintergründe, Prozesse und Auswirkungen der geheimen GATS-Verhandlungen berichteten die Referentinnen und begründeten, dass Druck auf die Entscheidungsträger ausgeübt werden muss.


Wer warum den Krieg braucht
und warum wir den Frieden brauchen

Referenten:
- Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter,
Psychoanalytiker, Autor und Ehrenvorsitzender der IPPNW (Ärzte gegen den Atomkrieg)
- Prof. Dr. Michael Schneider,
Schriftsteller, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac
- Pfarrer Dr. Wolfgang Gern,
Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau

Dienstag, den 18. Februar 2003 um 19.30 Uhr Mensa der Integrierten Gesamtschule, Kastellstrasse 11 in Wiesbaden

Wenn ein US-Präsident einen Krieg auf Biegen und Brechen will - was nützen dann alle Diplomatie und Zeugnisse der Experten? Nicht ob der Irak eine Bedrohung für Amerika und die Internationale Gemeinschaft darstellt, ist die Frage, um die es in Wirklichkeit geht, sondern warum Präsident Bush und die hinter ihm stehende Fraktion des Corporate Amerika diesen Krieg unbedingt wollen und ihn gerade jetzt brauchen. Der "Kreuzzug" gegen die beliebig verlängerbare "Achse des Bösen" wird auch nach einem "siegreichen" Irak-Krieg noch lange nicht beendet sein. Die Referenten - alle drei Mitglieder von Attac - erläutern Hintergründe und Motivationen der Kriegstreiber.


Geld? oder leben?

mit Klaus Heil, Monika Reif, Martin Herndlhofer 20. Februar 20.00 Uhr im Pariser Hoftheater, Spiegelgasse 9 in Wiesbaden Eintritt Euro 5.-, ermäßigt Euro 3.-

Über Globalisierung und den geldwerten Vorteil - eine literarisch-kabarettistische Zustandsbeschreibung. Hier erfahren Sie, was Sie schon immer wissen wollten: wie Goethe im "Faust" das Papiergeld erfand, was Erich Kästner 1928 über das Jahr 2002 schrieb, wie der homo lifestyle mit dem Knick in der Kursentwicklung umgeht, welche neuen Werte nach der PISA-Studie und dem Ende des NEMAX gefragt sind, warum sich der Glaube an Titanic-Aktien lohnt und warum die Wah-len in Hessen überflüssig sind.


50 Jahre Saus und Braus - jetzt geht uns die Asche aus
Aschermittwoch-Special von Attac und dem Pariser Hoftheater


Foto von der Generalprobe

Was an Fasching verschwiegen wurde, verriet Attac am Aschermittwoch: Wie die Asche aus der Tasche kommt, wo sie hinfliegt und auf wessen Häupter sie gehört.
Der 50. Jahrestag des Londoner Abkommens zur Entschuldung Deutschlands nach dem Krieg war für Attac Anlass, sich mit den Schulden damals und heute zu befassen - ausnahmsweise aber mit Vergnügen, satirisch.
Mitwirkende: ein Regisseur (Wilfried Weber), ein Zauberer (Michael Schneider),
ein Paar kabarettistisch Versierte (Peter Silbereisen, Stefan Herok),
ein Schauspieler (Stefan Bieker), ein Heldentenor (Kim) und wir.
Pariser Hoftheater, Spiegelgasse 9, Wiesbaden-Mitte
5. März 2003, 20.00 Uhr - Eintritt frei


Andreas Zumach:
"Irak - Chronik eines gewollten Krieges"

Lesung mit anschließender Diskussion
am Mittwoch, den 9. April 2003 um 20.00 Uhr
Wiesbaden, Pariser Hoftheater, Spiegelgasse 9

Andreas Zumach ist internationaler Korrespondent der taz und weiterer Zeitungen und Rundfunksender bei der Uno in Genf. Häufig ist er sonntags im Presseclub der ARD zu sehen. Er verfolgt die Entwicklung des Völkerrechts und der internationalen Organisationen einschließlich der Konflikte der Golfregion seit mehr als 15 Jahren. Zusammen mit dem deutschen Uno-Diplomaten Hans von Sponeck hat er im Februar 2003 den Band "Irak - Chronik eines gewollten Krieges" herausgegeben. Die beiden Autoren dokumentieren die lange Vorgeschichte des amerikanischen Angriffs auf den Irak, den Psychokrieg und die Manipulationen der Medien. Ihrer Meinung nach hat auch die deutsche Außenpolitik versagt - Deutschland lässt sich trotz "pazifistischer" Rhetorik in einen vom Grundgesetz geächteten Angriffskrieg verwickeln.


Vortrag mit anschließender Diskussion

Nach uns die Zukunft

Globalisierung auf dem Rücken der Natur und der Menschenrechte

Referent: Dr. Wolfgang Sachs
Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, Aufsichtsratvorsitzender von Greenpeace und
wissenschaftlicher Beirat bei Attac Deutschland
Mittwoch, den 28. Mai 2003 um 19.30 Uhr
Wiesbaden, Pariser Hoftheater, Spiegelgasse 9

Was ist aus den überzeugenden Zielen des Umweltgipfels 1992 in Rio de Janeiro geworden? Wo stehen wir 10 Jahre später nach dem Umweltgipfel in Johannesburg im Jahr 2002? Verfolgen wir im Namen der Globalisierung einen verhängnisvollen Kurs, der die Zerstörung des blauen Planeten stillschweigend in Kauf nimmt? Wie können wir verhindern, dass die Biosphäre für nachfolgende Generationen ruiniert wird? Wolfgang Sachs stellt klar: Wenn Gerechtigkeit und Ökologie auf der Strecke bleiben, hat die Weltgesellschaft von morgen keine Zukunft.


Das ist der Gipfel!

Protestkundgebung gegen den G8-Gipfel
am Samstag, 31. Mai 2003, 12 Uhr, Luisenplatz


Enthüllung des Gipfels kurz vor dem Platzregen

Vom 1. bis 3. Juni kamen die Regierungschefs der acht mächtigsten Industrienationen zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen in Evian am Genfer See zusammen. Wir werfen den Vertretern der G8 vor, die Liberalisierung und Deregulierung der Märkte voranzutreiben. Der G8 Gipfel war ursprünglich als informelles Treffen gegründet worden. Er ist deshalb zu keiner politischen Entscheidung befugt und tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dennoch stellt er die Weichen für Beschlüsse, die anschließend bei der WTO Konferenz für alle Länder verbindlich getroffen werden. Die Vertreter der acht reichsten Industrieländer, die 14 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, haben aber nicht das Recht, über alle anderen Länder zu entscheiden. Die von den G8 Staaten forcierte neoliberale Wirtschaftspolitik dient den Interessen der großen, weltweit tätigen Unternehmen, aber nicht der Menschheit. Sie vergrößert die Kluft zwischen Arm und Reich und zwischen Norden und Süden, schafft Konfliktpotenzial und führt zu Raubbau an der Natur. In Wiesbaden fand eine Protestkundgebung mit Gipfelenthüllung statt. Wegen des Platzregens mußte die Veranstaltung abgebrochen werden.

Es beteiligten sich: BUND Kreisverband Wiesbaden, DGB Büro Wiesbaden, DFG/VK Wiesbaden, Eine Welt Zentrum Wiesbaden, Fraktion Linke Liste Wiesbaden, GewerkschafterInnen und Jugend gegen den Krieg, Greenpeace Ortsgruppe Wiesbaden, Die Grünen Wiesbaden, Pariser Hoftheater, SPD Wiesbaden, terre des hommes AG Wiesbaden/Mainz, Wählergruppe Linke Liste Wiesbaden


Vortrag mit anschließender Diskussion

Globalisierung heute

Wie die Industrieländer die Entwicklungsländer benachteiligen

Referent: Dr. Johannes Bickel
Donnerstag, den 5. Juni 2003 um 19.30 Uhr
Wiesbaden, Pariser Hoftheater, Spiegelgasse 9

Der Norden unterstützt den Süden mit Entwicklungshilfe - inzwischen heißt das Entwicklungszusammenarbeit. Der Norden tritt für Partnerschaft mit dem Süden ein und fördert die Demokratie dort. Er tritt, wie die Welthandelsorganisation (WTO), für Freihandel ein, von dem es heißt, dass er allen Ländern nützt. Er finanziert die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds (IWF), die die Entwicklungsländer durch Kredite und auf andere Weise unterstützen.
Aber ist dies die ganze Wahrheit? Ist der Norden wirklich so freigebig? Entsprechen die genannten hehren Ziele auch der Realität? Nutzt die jetzige Globalisie-rung, nutzt der Welthandel tatsächlich allen beteiligten Ländern?
Der Referent, Banker und Diplom-Volkswirt, zeigte, dass es auch eine andere Wirklichkeit gibt, dass die Industrieländer nicht so uneigennützig sind, wie die Politiker in ihren Sonntagsreden gern behaupten.


Vortrag mit anschließender Diskussion

La Deuda o La Vida
- Die Schulden oder das Leben

Anzeige wegen Menschenrechtsverletzungen
durch die Zahlung der Auslandsschulden
gegen den argentinischen Staat


Aktion "Nein zu den Schulden - Ja zum Leben" in Mar del Plata

Vortrag von Catalina Brescia aus Argentinien
am Mittwoch, 18.06.2003 um 19:30
im Gemeinderaum der Ringkirchengemeinde

Eine Initiative von Bürgern, Mitglieder der Nachbarschaftsversammlungen und der ständigen Vertretung für Menschenrechte aus Mar del Plata, hat den argentinischen Staat vor dem Rat für Wirtschaft und Soziales der Vereinten Nationen angezeigt.
Die präsentierte Anzeige beschuldigt den argentinischen Staat der systematischen Verletzung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Bürger. Diese Verletzungen werden durch politisch-ökonomische Maßnahmen zur Zahlung der Auslandsschulden hervorgerufen. Zudem wurde bereits vorher die angesprochene Auslandsschuld von einem argentinischen Gericht für unrechtmäßig und illegal erklärt (Präzedenzfall Nr. 14.467, Juli 2000).
Aktivitäten der Kampagne:
Im November 2002 wurde die Kampagne initiiert um Unterschriften in ganz Argentinien zu sammeln mit den Zielen
o Eine öffentliche Debatte über die Auslandsschulden und über ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben anzustoßen
o Eine Verbesserung der Kenntnisse über die Rechte der Bürger vor den internationalen Organen zu erlangen
o Internationalen politischen Druck zur Unterstützung dieser Anzeige zu gewinnen
o eine Broschüre mit dem Namen „Die Schulden oder das Leben“ für die Öffentlichkeitsarbeit zu erstellen
Im Januar 2003 fand eine öffentlichkeitswirksamen Aktion am Strand von Mar del Plata mit Künstlern, Aktivisten, Touristen, Anwohnern und Passanten statt. Mit ihren Körpern wurden die Wörter „Ja zum Leben, nein zu den Schulden“ in den Sand geschrieben. Teilgenommen haben etwa 1000 Personen. Das Motiv wurde fotografiert und als Postkarte gedruckt. Diese dient heute als Multiplikator für die Idee der Kampagne.
Des weiteren hat die Kampagne am Weltsozialforum 2003 in Porto Alegre teilgenommen, wo sie den Antrag an die Vereinten Nation zusammen mit Aktivisten aus anderen Ländern der Dritten Welt präsentiert haben.


Vortrag mit anschließender Diskussion

Nebensache Mensch
Arbeitslosigkeit in Deutschland

Vortrag von Professor Rainer Roth, FH Frankfurt
am Mittwoch, 02.10.2003 um 19:30
im Pariser Hoftheater, Spiegelgasse 9


Rainer Roth am 2.10.2003


Rainer Roth, Professor für Sozialwissenschaften, lehrt Soziologie mit dem Schwerpunkt Armut und Sozialhilfe an der Fachhochschule Frankfurt. Er ist Vorsitzender von Klartext e.V., einem Verein, der dafür eintritt, dass diejenigen, die Arbeitslosigkeit, Armut, Staatsverschuldung usw. verursachen, auch für die Folgen geradestehen.
In seinem neuen Buch "Nebensache Mensch" geht er den Ursachen der weiter steigenden Arbeitslosigkeit in Deutschland (und anderswo) nach. Dabei werden alle Rezepte, die seit den siebziger Jahren zu ihrer "Halbierung" beitragen sollten, einer kritischen Prüfung unterzogen. Statt die Verursacher zu benennen, werden Arbeitnehmer und Arbeitslose von Politik und Wirtschaft für die Misere verantwortlich gemacht.
Was sind die Gründe dafür, dass der technische Fortschritt wachsende Arbeitslosigkeit und Existenzunsicherheit hervorbringt?
Der Reichtum, den die LohnarbeiterInnen erzeugen, wächst.
Warum haben sie immer weniger davon?
Wofür und für wen müssen sie Opfer bringen?
Nicht LohnarbeiterInnen und Arbeitslose sind für die Arbeitslosigkeit verantwortlich, sondern unser Wirtschaftssystem selbst, das wiederkehrende Krisen hervorbringt, den Staat in die Verschuldung treibt und immer mehr Menschen "überflüssig" macht. Arbeitslosigkeit bedeutet eine ungeheure Verschwendung menschlicher Energien. Menschen und ihre Fähigkeiten dürfen nicht länger als Nebensache behandelt werden, die sich dem Ziel der Gewinnmaximierung unterordnen sollen. Sie müssen im Mittelpunkt allen wirtschaftlichen Handelns stehen!

Zum Vortrag von Rainer Roth: Vortrag Rainer Roth


Bei Interesse kontaktieren Sie uns - oder kommen Sie zu unseren Gruppentreffen:
Jeden Donnerstag um 20.00 Uhr
im Gemeindesaal der Ringkirche, Kaiser Friedrich Ring 5, 1. Stock , Wiesbaden

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